Gemeinsam statt einsam



Einen Freund hat doch jeder. Wer ist schon gerne einsam? Kinder begegnen sich auf dem Spielplatz, im Kindergarten und in der Schule, finden sich sympathisch und freuen sich, wenn sie am nächsten Tag wieder zusammen spielen können - in einer Gemeinschaft lachen, chillen, Geheimnisse teilen, Streiche aushecken und im Teamwork eine Sandburg bauen. Die Kinder entdecken Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede. Das Urvertrauen spielt bei einer Anbahnung eine wichtige Rolle. Denn im Gegensatz zu vielen Erwachsenen sind die Kids noch unbefangen und agieren aus ihrem Bauchgefühl heraus. Sie liegen selten falsch. Das zeigt allein die Tatsache, dass Kinderfreundschaften oft einen lebenslangen Bestand haben. Selbst nach Jahren der Trennung ist bei einem Wiedersehen schnell die alte Vertrautheit da.


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Im Team mehr erreichen

Beim Fußball heißt es: «Elf Freunde müsst ihr sein, wenn ihr gewinnen wollt». Bei den Profispielern trifft das gewiss nicht immer zu. Aber auch da ist es von Vorteil, wenn die Spieler untereinander nicht zerstritten sind. Teamwork heißt in dem Fall das Zauberwort. Wer ein großes Ziel erreichen will, wie zum Beispiel die Meisterschaft oder einen Pokal zu gewinnen, schafft es nur im Zusammenhalt. Elf Einzelkämpfer, um bei dem Beispiel Fußball zu bleiben, haben schlechte Karten. Ob Kids oder Erwachsene, für beide ist Freundschaft von großer Bedeutung. Sympathie ist oft der Anfang, Vertrauen die Grundlage auf der alles gedeiht. Gerade kleine Menschen wünschen sich Spielpartner, denen sie vertrauen können. Aber im Kindergartenalter spielt auch der persönliche Vorteil eine Rolle. Da wird ein anderes Kind schnell zum Freund erklärt, weil gerade ein Spielpartner benötigt wird. Oder ein Kind wird unter Vortäuschung von Freundschaft zum Teilen seiner Schokolade aufgefordert. Schwierige Situationen sind ebenfalls ein Anlass, sich spontan mit anderen Kindern zusammenzuschließen. Gemeinsam lässt sich die Kindergärtnerin eher davon überzeugen, den Nachmittag im Garten zu verbringen. Die kleinen Siege, die in der Gemeinschaft errungen werden, sind sehr wichtige Erfahrungen für die weitere Entwicklung. Wer mit Verbündeten agiert, ist nicht mehr klein und hilflos und kann sich gelegentlich sogar gegen die scheinbar übermächtigen Erwachsenen durchsetzen. Das Selbstbewusstsein und die Sozialkompetenzen werden gestärkt.




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Emotional wichtig

Erst wenn eine Spielfreundschaft länger anhält, entwickelt sich daraus eine Beziehung, die auch emotional wichtig ist. Das Kind erlebt ein ähnliches Urvertrauen wie mit seinen Eltern. Aber die Nähe zu einem gleichaltrigen Kind erweitert zusätzlich die Sichtweise auf die Welt. Die Erfahrung, mit einem Freund an der Seite Hürden überwinden und sich besser durchsetzen zu können, zählt ebenso dazu wie der Zuwachs an sozialer Kompetenz. Mit einem Freund an der Seite wird das Kind ernster genommen. Durch das gemeinschaftliche Erleben entstehen die ersten «Früher-Geschichten»: Weißt du noch, wie wir im Schwimmbad zusammen einen Kopfsprung gemacht haben …

Die Abgrenzung von den Eltern und die Wahrnehmung der eigenen Stärken sind wichtige Erkenntnisse. Kinderfreunde lernen, dass sie auch ohne die Hilfe der Eltern etwas zustande bringen. Sie können Bedürfnisse und ihre Wünsche ausdrücken, ohne von Erwachsenen korrigiert zu werden. Was sie allein nicht hinkriegen, schaffen sie gemeinsam. Sie müssen überlegen, wie sie Schwierigkeiten überwinden können und sie verteilen Aufgaben untereinander. Mit jedem Erfolgserlebnis wachsen Selbstständigkeit und Sozialkompetenzen. Es entsteht eine eigene Welt fernab der Erwachsenenwelt. Dort können sie sich für eine Weile so einrichten, wie es ihren Vorstellungen entspricht.

 



Qualität statt Quantität

Eine Vielzahl von Kontakten sagt nichts über die Beliebtheit eines Kindes aus. Gerade jüngere Kinder bevorzugen einen «besten» Freund, der in ihren Augen «unteilbar» ist und nicht zugleich der Freund eines anderen sein kann. Damit diese exklusive Freundschaft erhalten bleibt, werden Opfer erbracht. Der Lieblingsfreund darf sich gerne einmal das Lieblingsspielzeug ausleihen. Andererseits gibt es Kids, die sich schwertun, Beziehungen aufzubauen. Manche Eltern wollen deshalb ihr Kind mit anderen Kindern in Kontakt bringen und es auf diese Weise aus der vermeintlichen Isolation herausholen. Ein Unterfangen, das in der Regel nicht funktioniert. Ebenso verhält es sich, wenn Eltern bestehende Beziehungen nicht akzeptieren, weil ihnen die Eltern dieser Kinderfreundschaften nicht sympathisch sind. Das war vor 50 Jahren gang und gäbe. Heute herrscht hierzu eher eine allgemeine Gelassenheit, die im Vertrauen ins Kind gewurzelt ist.

 

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Liebe Grüsse,

Marlise Zweifel





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