Mit Kindern einen Tag im Wald verbringen



Der Wald ist ein gesundes Umfeld für Kinder. Die Luft wird mit Sauerstoff angereichert, während schädliches CO2 aufgenommen wird. Er gibt uns Erholung und ganz nebenbei lernen die Kleinen Tiere und Pflanzen gut kennen, fast spielerisch. Es gibt viele Möglichkeiten, sich mit ihnen in Wäldern zu beschäftigen. So lernen sie die Natur lieben und schätzen, ohne sich von Erwachsenen dazu genötigt zu fühlen.

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Nach Schätzen im Wald suchen

Kinder sammeln gern. Sie dürfen aufheben was sie entdecken und was ihnen gefällt. Schneckenhäuser, Tannenzapfen, Kastanien, silbrige Flechten von den Bäumen, Vogelfedern oder besonders hübsche Steine. Die Schätze dürfen in einer kleinen Tasche mit nach Hause genommen werden. Sie bilden die Grundlage für hübsche Basteleien, die Omas und Opas erfreuen oder schmücken das nächste Vogel-Futterhaus im Winter. Kreativität und Phantasie werden so spielerisch gefördert. Für Schulkinder kann die Suche gezielter gestaltet werden. Jeweils eine kleine Gruppe von zwei oder drei Personen sucht nach einer Liste den Wald ab. So eine Liste kann beispielsweise so aussehen:

 

  • eine Frucht
  • etwas Rundes
  • es macht ein Geräusch
  • es ist ganz gerade
  • eine Feder
  • eine essbare Pflanze
  • etwas Hübsches

 

Nach der Suche stellen die Kinder vor, was sie gefunden haben. Für den nächsten Waldbesuch könnten sie eine eigene Liste der zu suchenden Schätze aufstellen. Sie werden von Besuch zu Besuch mehr die Natur erleben wollen.





Ein Lagerfeuer entzünden

An bestimmten Stellen dürfen Lagerfeuer entzündet werden. Dafür ist aber zu beachten: Der Waldeigentümer muss hierfür schriftlich seine Erlaubnis geben. Für ständige Zelt- und Lagerplätze kann die Forstbehörde Ausnahmen erteilen.

Sobald das also geregelt ist, ist schon die Vorbereitung ein großer Spaß für Groß und Klein. Äste sammeln, das Essen vorbereiten, Sitzgelegenheiten schaffen und so weiter. Jeder hilft mit und hat seine spezielle Aufgabe. Wenn es dann brutzelt, bräteln die Fleischstückchen oder die Wurst am Stock und es wird Zeit für ein paar naturverbundene Geschichten, Märchen oder Sagen. Sie müssen nicht immer von Kobolden, Trollen oder Hexen handeln, es kann auch eine Geschichte über Bäume sein. Ein Schmücken derjenigen als Waldgeister fördert die Kreativität. Gesichter an den Baumstämmen werden aus Blättern, Früchten, Farnen, Rindenteilen und Moosen gebildet. Eine später erzählte Geschichte über die Bäume oder Waldgeister, während alle im Kreis um das Feuer sitzen, rundet das Ganze ab.



Brand, Wasser, Sturm und Blitz

Um die Motorik / Feinmotorik der Kleinen zu fördern, ist das Spiel Brand, Wasser, Sturm und Blitz sehr gut geeignet. Alle laufen im Kreis und bei dem gerufenen Wort des Spielleiters müssen sie entsprechend reagieren:

Brand:

  • Brand: mit Tatü Tata durch die Gegend laufen

Wasser:

  • Wasser: schnell irgendwo nach oben klettern, beispielsweise auf einen Baumstumpf

Sturm:

  • Sturm: irgendwo unter einem Strauch oder Ähnlichem Schutz suchen

Blitz:

  • Blitz: sofort stehen bleiben

Mit einem Klatschen in die Hände zeigt der Spielleiter an, dass das Laufen im Kreis erneut beginnt.

 



Bäume raten

Gerade für Schulkinder ist dieses Spiel besonders gut dazu geeignet, gemeinsam die Natur zu entdecken. Es kann auf verschiedene Weise gespielt werden:

 

  • Wer sieht eine Eiche?
  • Welcher Baum ist das denn?
  • Wir suchen einen Laubbaum / einen Nadelbau?
  • Zu welchem Baum gehört diese Frucht?
  • Welcher Baum trägt diese Blätter?
  • Welchen Baum sehen wir hier gar nicht?

 

Dieses Spiel kann beliebig abgewandelt werden und auch für Blumen oder Moose Verwendung finden.



Ich sehe was, was du nicht siehst

Ein sehr beliebtes Spiel ist das Spiel «Ich sehe was, was du nicht siehst». Es kann zu zweit gespielt werden oder in der Gruppe. Eine Person beginnt und ergänzt den Satz um Eigenschaften des gesuchten Objektes. Das kann eine Farbe sein oder eine Form oder auch eine Beschreibung wie hängt über dem Fluss. Kennt niemand die Antwort, gibt der Fragesteller eine weitere Beschreibung ab. Wer letztlich die Frage richtig beantwortet hat, darf die nächste Frage stellen. Es ist auch erlaubt, einen Gegenstand vorher etwas zu verstecken, damit es schwieriger wird. Hier ist Beobachtungsgabe gefragt.



Ein Waldmemory selbst basteln und spielen

Die Natur erleben können wir auf eine vielfältige Weise. Auch dieses Spiel trägt dazu nicht unwesentlich bei: Zeichnungen oder Fotografien von Blumen, Steinen, Moosen, Sträuchern, Blättern oder Früchten werden doppelt angefertigt. Anschließend werden sie auf alte Spielkarten oder Pappe geklebt. Fertig ist das Memory-Spiel. So wird das Erlebte daheim noch einmal aufgearbeitet und beim nächsten Waldbesuch trägt es dazu bei, sich Gedanken darüber zu machen, welche wichtigen Teile der Natur vielleicht noch hinzukommen sollten, um das Spiel zu erweitern.

Eine besonders kreative Variante dieses Spiels ist es, Naturmaterialien direkt aufzukleben und – falls erforderlich – zum Schutz mit selbstklebender Folie abzudecken. Dieses Art des Memorys kann dann auch «blind», also nur tastend gespielt werden.



Die Natur hören

Gerade wer mit einer Kindergruppe unterwegs ist, weiß, dass ein Waldbesuch sehr laut werden kann. Um den Kindern das Bewusstsein für die Natur zu schärfen, ist diese Übung eine tiefgreifende Erfahrung. Alle sind für eine festgelegte Zeit völlig still. Keiner läuft herum, alle sitzen dazu auf dem Boden, auf Baumstämmen oder einer Unterlage. Die Zeit ist erst um, wenn der Spielleiter dies sagt. Nun erzählt jeder aus der Gruppe, was er oder sie gehört und erlebt hat. Hat ein Kuckuck geschrien, haben Äste geknackt, rascheln die Blätter oder rauscht ein Bach? Es bietet sich an, dies bei späteren Waldbesuchen zu wiederholen.



Die Natur fühlen und riechen

Gerade die Kleinsten möchten am liebsten alles anfassen. In den Mund stecken ist natürlich nicht immer erlaubt, weil so Manches auch giftig sein kann. Aber sie bekommen ein gutes Gefühl für die Natur, die sie anfassen und riechen dürfen. Waldboden riecht besonders und selbst ein frischer kleiner Bach riecht auf seine Art. Gerüche aus der Kindheit ereilen uns im späteren Leben immer wieder. Dieser Erfahrungsschatz kann nicht groß genug sein.

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Einem Baum im Dunkeln begegnen



Mit verbundenen Augen wird der Baum mit allen Sinnen ertastet, berochen, erspürt. Wer findet heraus, um welchen Baum es sich handelt, ohne ihn dabei sehen zu können? Jede Baumart hat ihre Besonderheiten, das beginnt schon bei der Rinde. Ist die Rinde sehr glatt, lassen sich Teile davon schon bei leichter Berührung ablösen wie eine Folie? Dann könnte es sich um eine Birke handeln. Oder ist es eher ein Bergahorn oder eine Esche? Ist sie dagegen rau, grob und rissig, könnte es ein Amberbaum oder ein Baumhasel sein. Welche Rinden haben häufig Flechten? Ergänzend können die Baumblätter ertastet werden, falls sie erreichbar sind. Das Erlebnis ist in jedem Fall sehr intensiv und einprägend.

 








Hinterlassen Sie mir doch unten einen Kommentar und lassen Sie mich Ihre Meinung wissen! Kommentare und Fragen sind herzlich willkommen.

Liebe Grüsse,

Marlise Zweifel





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